Gedanken zum Sonntag

Advent, Advent ein Lichtlein brennt...

 Hab Ihr es mitbekommen? Natürlich, es ist nass, kalt, ungemütlich. Die Sonne zeigt sich kaum noch.
Und doch wird es uns wärmer ums Herz. Ja, es ist wieder so weit: Adventszeit – Weihnachtszeit.
Auch eine Zeit, die vieles mit sich bringt. Abschied – Zusammenkommen – Aufräumen – Loslassen.
Was bedeutet Euch die Zeit, was zeigt Sie Euch auf? Lasst Euch von meinen Zeilen inspirieren und
zündet eine Kerze an, denn es ist ja der erste Advent.

Dieser Jahresabschnitt ist nicht leicht für uns Menschen, wahrlich nicht. Auf der einen Seite sollen wir uns vernunftbegabt nicht von Dingen leiten lassen, die eh nur „Schnickschnack“ sind, kein Geld, keinen Nutzen bringen. Nur wer kann sich wirklich erlauben, darüber zu befinden. was wir sollen oder nicht? Und welche Auswirkungen hat dieses Verhalten, wenn wir dem immer folgen würden?
Und haben wir nicht ein Recht auf „Schnickschnack“, die die Adventszeit mit sich bringt?


 Als Kind hatte ich nicht immer eine schöne Adventszeit. Meine Eltern bekamen am 23.12. ihre Scheidungsurkunde. Und dann sollte so getan werden, als ob alles „Friede Freude Eierkuchen“ wäre zu Weihnachten. Na, und wie die Adventszeit vor dem war, könnt Ihr Euch auch denken.
Dann ist da noch mein Geburtstag. Der lag und liegt auch kurz hinter den Weihnachtstagen. Das habe ich immer zu spüren bekommen. Die Geschenke wurden aufgeteilt, und ich kam mir vor, als ob ich dafür bestraft würde, an solch einem Tag geboren zu sein. Erst im Kinderheim wurde darauf Rücksicht genommen. Eine schöne Zeit. Ein Teil der Bande von Kindern war bei seiner Familie und der erlebte eine tolle Weihnachtszeit. Ja, die Erwachsenen, die Erzieher/innen haben sich wirklich gekümmert. Sie haben mit uns die Adventszeit auf wundervolle Weise begangen. Danke heute noch an diese Menschen.


 

Dann kam ja die Zeit, in der ich anfing, in der Gastronomie zu arbeiten. Da hieß es zur Adventszeit: Arbeiten, arbeiten und noch einmal arbeiten. Die Zeit war von Gänsekeulen, Weihnachtsmenüs und
Weihnachtsveranstaltungen geprägt. Und da ich ja Junggeselle war, bedeutet es auch, dass ich fast immer zu Weihnachten arbeiteten musste. Das blieb bis zur Wende so.
Dann kam die Zeit der Umbrüche. Weihnachten und Advent blieben. Ich arbeitete jahrelang in den 90ern auf Weihnachtsmärkten. Glaubt mir: Wenn Ihr das sechs Wochen lang macht, dann habt Ihr die Schnauze voll von Weihnachten und allem, was damit zu tun hat. Mein Gott, ich konnte dieses Geheul von Weihnachtsmusik nicht mehr hören! Für uns bedeutete Weihnachten nur noch: Geld zählen, aufräumen, Beine hochlegen, ausruhen und nochmals ausruhen. Und ich hab da gelernt, wie anstrengend Menschen sein können. Gerade in der Adventszeit. Also, wie gesagt - seitdem hatte ich die Schnauze voll von Advent und Weihnachten.

 


 

In den Jahren ab 2001 begann sich das zu ändern. So langsam, so Stück für Stück. Das lag an einem Menschen den ich sehr lieb gewonnen habe, bei ich mir heute noch wünschte, es wäre mehr daraus geworden. Also aus dem „….nur Zusammenleben, nur eine WG….“. Peter war in vielen Dingen konservativ. Besonders, was Weihnachten anbelangt. Es musste zur Adventszeit alles geschmückt sein. Egal wie wenig Geld wir hatten, Advent und Weihnachten mussten sein. So mit Adventskranz, Gebäck und Weihnachtsbaum, und weiß ich noch alles. Sogar mit echten Kerzen am Baum. Ja, er hatte es wieder geschafft, dass ich mich der Zeit der Besinnung, der Einkehr, des Lichts näherte und dem etwas abgewinnen konnte. Danke Peter, danke für die tolle Zeit!

 



Es kam die Zeit der Selbstfindung. Ich wohnte in der Zeit in einer WG in Berlin. Auch dort wurde Weihnachten gefeiert. Aber nicht so wie bei Peter. Deshalb freute ich mich auf jede Stunde im Advent die ich mit und bei ihm verbringen konnte. Das wichtigste in dieser Zeit war für mich die Erkenntnis, dass es echt blöd ist, in der Adventszeit allein zu sein. Einsamkeit macht sich breit, man denkt viel über sich nach, nicht immer zum Positiven. Deshalb ist es auch die Zeit der vielen Selbstmorde und Todesfälle. Viele Menschen verkraften die Zeit nicht alleine und so kommt es, wie es oft, leider zu oft, kommen muss und nicht sollte.
Jeder Zeit der Traurigkeit und Einsamkeit folgt wieder eine Zeit des Aufbruchs und der Freude.
Die erlebe ich nun seit über fünf Jahren. Ja, es ist einfach schöner mit Menschen gemeinsam diese Zeit zu verbringen, sich gemeinsam Geschichten zu erzählen und näherzukommen. Und so habe ich das Glück, all das mit einem Menschen erleben zu dürfen. Danke an Jörg und unsere gemeinsame schöne Zeit!


 

Was ich mit diesem kurzen Abriss aufzeigen will ist: Egal, was im Jahr passierte oder vor einem liegt, nutzen wir alle die Zeit des Lichts, die Zeit des Wartens und des Hoffens auf den „Weihnachtsmann“.
Gedenken wir all der Menschen, die es nicht so gut haben, die sich freuen würden, etwas zu essen auf dem Tisch zu haben, dass es Hoffnung gäbe in ihrem Leben. Dass es Menschen gäbe, die sie besuchen, oder sie einladen oder wenigsten einen Gruß schicken würden.

Gedenken wir der Menschen auf der Welt, die weggesperrt sind in dem Dunkel von Gefängnissen und Lagern. Gedenken wir der Kranken in den Krankenhäuser, in den Hospizen der Welt und in den Altersheimen. Gedenken wir der Opfer von Gewalt und Hungersnöten. Gedenken wir der Menschen der Katastrophen und schrecklichen Unfälle.

Und ja, gedenken wir all der Menschen, die für uns jetzt in dieser Zeit arbeiten!
Ich möchte da keine Gruppe hervorheben, denn dazu bräuchte ich Seite um Seite. Einfach daran denken, dass wir den Advent und die Weihnachtszeiten feiern, und andere für unser Wohl arbeiten. Ich habe es hinter mir und weiß es wirklich zu schätzen, dass es diese Menschen gibt.
Danke all' derer! Danke für Eure Arbeit!

 


 


Und ja: Sagen wir auch danke zu uns selbst. Nutzen wir die Zeit des Lichts, auch um in uns hineinzuleuchten. Schauen wir auf uns: Was brachte uns zum Leuchten, was machte uns glücklich, was war das, was uns antrieb, welche Menschen begeisterten uns? Seien wir gnädig mit uns selbst, gehen wir mit uns selbst nicht so hart ins Gericht. Wir alle sind nur Menschenkinder. Kommen wir zu Ruhe, gönnen wir uns die jetzt anstehende Adventszeit, um uns auszuruhen, abzuschalten und widmen wir uns Dingen, die auch wichtig sind. De Dingen, die aufgrund der Hektik im Jahr, im Alltag, nicht beachtet wurden oder konnten.
Gehen wir uns besuchen, lesen Bücher, hören Musik, schauen Märchenfilme, backen und kochen wir (am Besten gemeinsam) und lachen wir wieder wie Kinder. Machen wir auch mal unsinnige Sachen und erfreuen uns der Adventszeit.

 


 


Ich wünsche uns allen eine besinnliche, geruhsame und vor allem menschliche Adventszeit!
Zünden wir die Lichter an und möge jedes dieser Lichter unser Herz immer mehr erwärmen.
Danke noch einmal all denen die jetzt arbeiten müssen und für uns da draußen da sind.
Und nun: Ab in die Adventszeit, auf zu den Tellern voller Kekse und anderen leckeren Süßigkeiten… Seien wir wie Kinder und freuen uns auf die Adventszeit!
Willkommen Advent – Willkommen Weihnachtszeit!

 


Für Euch einigen Links zu dem Thema heute, als erstes gehen wir mal zur evanglischen Kirche:


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