Gedanken zum Sonntag

Menschen - Rechte - Menschenrechte

Was ist das? Wozu darüber nachdenken?

Hat einer das mitbekommen? Gestern mit dem Tag für Menschenrechte?
Was wisst Ihr darüber, und wie geht Ihr mit den Worten „Mensch“, „Rechte“ und
vor allem mit dem Wort „Menschenrechte“ um?
Seien wir mal ehrlich zu uns selbst. Wie oft haben diese Worte mit Füßen getreten? Ich nehme mich nicht aus.
Immer wieder ertappt man sich dabei, dass man jedes einzelne Wort für sich nicht so ernst nimmt, wie man es sollte.

 Fangen wir mal mit dem Wort „Mensch“ an. Ja wir sind Menschen. Zu Höherem geboren und gerade jetzt in der Weihnachtszeit, wo wir uns anschicken, die Geburt eines Menschen zu huldigen, sollten wir mal darüber nachdenken. Wie gehen wir denn mit uns als Mensch um? Wie gehst Du mit deinen Mitmenschen um? Pflegst Du menschliche Kontakte? Och, ich könnte Euch und mir noch viele Fragen aufwerfen. Nur halte ich mal inne und schaue auf mich.
Als Mensch bin ich nicht immer gut behandelt wurden. Ob als Kind, als Jugendlicher oder als Erwachsener. Ja, das hat Spuren hinterlassen. Ich bin zu einem gewissen Teil das Ergebnis dieser Entwicklung. Beispiele habe ich Euch genügend in den Blogbeiträgen der letzten Sonntage geliefert. Lest mal nach und vielleicht versteht Ihr, dass ich mit Menschen so meine Probleme habe. Es gibt da so einen Spruch, in dem viel Wahrheit steckt: „Das Tier ist dir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde!“ Wohl wahr - und mein Leben hat immer wieder den Beweis für diesen Spruch geliefert.
Das schlimme ist, dass ich selber mit der Zeit Maßstäbe bei Menschen ansetze (selbst bei denen die ich mag oder sogar liebe), die verletzend sind. Wo sich die Leute durch mich vor dem Kopf gestoßen fühlten oder noch fühlen. Jetzt, wo sich die Altersweisheit anfängt breitzumachen, kann ich schon viel besser mit Menschen umgehen. Da ich mich selber gefunden habe.

Verstanden habe, was mein „inneres Ich“ und mein „äußeres Ich“ sind, und wie ich damit umgehen muss. Ich habe durch die vielen Jahre im Umgang mit Menschen gelernt, nicht alles ernstzunehmen, Menschen in ihrer Art abzuholen und zu versuchen, sie zu verstehen. Und ich habe gelernt, Grenzen zu ziehen. Ja, ich bin nicht mehr darauf aus, die Menge an Menschen kennenzulernen. Ein kleiner Kreis von sieben bis zehn Personen höchstens - das reicht. In diesem Rahmen kann man auch menschliche Kontakte pflegen.

Ich lade Euch ein - jetzt ist es die beste Zeit dafür, auf eine Reise zu gehen. Euch zu entdecken, über Euch nachzudenken und auch mal mit Euch ins Gericht zu gehen. Redet mal mit Euren Freunden oder innerhalb der Familie, so weit das möglich ist. Es ist eine spannende Reise und ja, sie schmerzt zum Teil. Aber es tut gut und öffnet einen weiten Blick auf Dinge, die man oft zu eng gesehen hat.

Und schauen wir auch mal auf die Menschen um uns herum. Was ist noch zu tun im Umgang mit einander? Da liegt viel im Argen, wie ich finde. Der Umgang mit Flüchtlingen, der Umgang mit Andersdenkenden, mit anderen sexuellen Prägungen, mit anderen sozialen Hintergründen und und und... Überall Baustellen über Baustellen. Kommen wir über Weihnachten zur Ruhe, und fangen wir im Januar 2017 endlich damit an, die Baustellen unserer Gesellschaft und unsere eigenen aufzuräumen und neu zu organisieren.

Vielleicht in der Hoffnung, dass etwas Großes entsteht. Basierend auf einem festen Fundament, lassen wir ein Menschenhaus entstehen, in dem sich viele wohlfühlen und sich im Geiste wiederfinden. Jedem sein Zimmer, jedem seine Eigenheiten und doch eine Gemeinsamkeit, die verbindet. Diese Hoffnung habe ich…!

Auch das Wort „Recht“ ist dermaßen strapaziert. Am liebsten würde ich es abschaffen und neu definieren. Jeder hat Recht, jeder sieht sich im Recht. Jeder legt das Recht so aus, wie es ihm genehm ist. Gerade in heutiger Zeit denke ich, dass das Recht zu einer „Hure“ verkommen ist. Entschuldigt Huren: Eigentlich seid ihr die ehrlicheren Menschen, jedoch in diesem Fall muss ich mich so ausdrücken. Jeder geht in der Hoffnung mit der „Hure Recht“ ins Bett, sie gäbe einem das, was einem zusteht, und was man von ihr erwartet. Was für ein fataler Blick und für eine falsche Einschätzung von uns. Das Recht gehört niemandem allein. Es gehört keinem von uns!
Es ist ein Begriff der uns Normen aufzeigt, der uns Grenzen zuweist und uns auch immer wieder die Schranken aufzeigt. Das Recht ist eine Institution, der wir mit Respekt und Achtung entgegentreten sollten. Nur tun wir das? Weder im Alltag noch in der gesellschaftlichen Auseinandersetzung miteinander, weder im internationalen Umgang noch im Umgang mit anderen Kreaturen wie Tieren geben wir dem Recht den Raum, den es eigentlich verdient.
Da wird von den politischen Eliten das Recht gebrochen, verdreht, so angewendet und verändert, wie sie es brauchen, und wie es Ihnen recht ist.

Da wird von Behörden das Recht mit Füßen getreten, dass einem Bange wird. Da bekommen Menschen vor Gericht Recht, und werden die Behörden dazu verdonnert, endlich im Sinne des Klägers zu handeln. Und tun sie es dann? Nein, sie bleiben stur, verdrehen die Tatsachen und beharren auf ihrem Standpunkt. Was für ein Rechtsempfinden haben die Menschen, die bei den Behörden arbeiten? Ich weiß: Nicht alle Mitarbeiter dort sind so. Jedoch beschleicht mir der Verdacht, dass sich immer mehr Menschen in den Behörden hinter dieser Haltung verstecken. Um ja nicht aufzufallen, ihre Arbeitsplätze zu erhalten oder ja nicht eine unangenehme Entscheidung treffen zu müssen.
Ich sag' es mal frei heraus: Behörden machen es sich zu leicht. Sie gehen zu leichtfertig mit dem Recht um.

Und erst unser Justizsystem, welches das Recht verteidigen sollte, tut sich sehr schwer damit. Zu viele Kann-Bestimmungen, zu viel Rechtsverdrehungen und -umdeutungen, dass man sich fragt, wo mein eigentlich lebt: In einem Rechtsstaat oder in einer „Bananenrepublik“? Wo jeder, der mal Recht studiert hat, das Recht selbst so auslegen kann, wie er will oder besser, wie es möglich ist? Wie es der Staat durch seine Rechtsebenen zulässt? Wir haben da eine Schieflage in unserem Land! Viele Menschen fühlen sich nicht mehr vertreten von Behörde, Rechtsanwalt & Co.! Keine gute Entwicklung. Wenn die Menschen nicht mehr an das Recht glauben, glauben sie auch nicht mehr an das staatliche Gebilde und erst recht nicht mehr an das, was uns verbinden sollte: Das demokratische, rechtliche, verbindliche Miteinander. Es steht damit zur Zeit auf der Kippe, Leute. Tun wir etwas. Wir haben nächsten Jahr Wahlen und ein jeder ist gefragt, sich zu äußern und Veränderungen mit anzustoßen.
Tun wir das! Beginnen wir damit! Bei sich selbst, in der Gesellschaft, in Beziehung zu unserem Staat und zu allem, was diesen ausmacht, was ihn darstellt…

 Und damit kommen wir zum „Menschenrecht“. Die Summe aus allem, was Menschen und Recht ausmacht und beides in Verbindung stellt. Pflegen wir wirklich die Menschenrechte so in unserem Land, dass wir im Großen und Ganzen zufrieden sein können? Ich glaube nicht. Eine Demokratie ist nur so stark, wie sie sich selbst immer wieder den Fragen der Zeit stellt. Dazu gehört die Frage nach den Menschenrechten im eigenem Land. Nehmen wir doch mal das Thema Arbeitslose, Menschen im Hartz IV-Bezug. Werden diese menschlich angemessen behandelt? Nein und noch einmal nein!
Durch meine Arbeit mit solchen Menschen, jungen Menschen, kann ich das nur bestätigen.
Wie werden da in der Behörde die Menschenrechte mit Füßen getreten, wie sehr werden dort Menschen seelisch auf´s Grausamste gedemütigt, wird von den Menschen verlangt sich „nackig“ zu machen, was Ihre finanziellen und menschlichen Verhältnisse angeht? Wie sehr nutzen viel zu viele Mitarbeiter in der Behörde ihre Macht aus, über Menschen zu bestimmen? Man kann es durchaus als höhnisch beschreiben, da von Kunden zu sprechen, wie es ja die Agentur für Arbeit und das Jobcenter tun.
Es ist keine Behörde, die mit den Menschen arbeitet, geschweige denn, in ihrem Sinne. Ja, ab und an schon. Aber in der Summe gesehen tut sich da ein Loch auf, ein sehr großes Loch. In das Menschen hineinfallen und alles seitens der Behörde versucht wird, dass die Leute drinbleiben. Die Behörde juckt es auch nicht wenn sie von den Gerichten immer wieder dazu ermahnt wird, das Recht nicht zu brechen und richtig und mit Augenmerk anzuwenden.

Es wird Zeit für einen Wandel - Zeit für einen anderen Umgang! Her mit dem „bedingungslosen Grundeinkommen“, her mit einem anderen Umgang untereinander und ganz besonders durch und in den Behörden in diesem Land! In allen öffentlichen Stellen findet man solche oder ähnliche Zustände.
Ich finde, wie es mit einem Land und ihrer Demokratie bestellt ist, sieht man daran, wie der Staat und seine Institutionen mit seinen Bürgern umgeht. So gesehen stehen wir da an einer Wegkreuzung.

Und momentan geht es eher nach rechts als gerade aus. Lassen wir das nicht zu!
Streitet um Eure Rechte, besonders um Eure Menschenrechte auch in diesem Land, in dem Alltag der Euch umgibt. Nimmt nicht alles hin, kämpft um Euer Recht. Es ist das Menschenrecht schlecht hin um seine Würde zu kämpfen. Also tut es….

 Zum Schluss noch ein Blick auf die Welt. Die Menschenrechtkonversion wurde ja nicht umsonst 1948 verabschiedet. Aus den Lehren von zwei Weltkriegen wollte man sich neue Werte setzen. Wollte man aufzeigen, dass Menschen Rechte haben. Überall auf der Welt. Egal welcher Rasse, egal welcher Hautfarbe, politischer oder sexueller Ausrichtung. Es sollten allgemeingültige Regeln sein, es sollte uns allen eine Möglichkeit bieten, auf einer gemeinsamen Basis miteinander zu agieren. Sollte zur besseren Völkerverständigung beitragen. Und es sollte auch dazu führen, das Menschenrechte aktiver durchsetzbarer sind. Und was ist passiert?
Wie viele Kriege gab seit dem. So viele, dass man sogar vom dritten Weltkrieg spricht ob der vielen Toten und Kriegsschäden. Wie viele Menschen sind trotz der Verabschiedung auf aller erdenklichen Formen menschlicher Verrohrung ums Leben gekommen. Ob auf den Schlachtfeldern der Welt, ob in den Gefängnissen der Welt oder auf der Flucht. Es nimmt kein Ende. Es geht weiter.

Und mir scheint, das die politischen Eliten und erst recht die wirtschaftlichen Eliten kein Mittel finden oder finden wollen das „Menschenrecht“ wirklich zum Durchbruch zu verhelfen.
Und auch in solchen Länder, die sich sozialistisch oder kommunistisch nannten, wurde das Menschenrecht gebrochen, verdreht oder einfach nicht beachtet. Ich als alter Ossi weiß oder habe es nach der Wende erfahren, wie die DDR das Menschenrecht behandelt hat. Menschen wurden an der Grenze erschossen, verschwanden in den Gefängnissen oder wurden auf der einen oder anderen Art und Weise mundtot gemacht. Der Umgang des Staates DDR mit seinen Bürgern war teils echt menschrechtsverachtend. Nach der Wende ging es ja weiter. Auch dieser Staat, der sich demokratisch nennt, missachtet das Menschenrecht. Nicht so offensichtlich, eher diffus und unscheinbar. Viele von Euch könnten das Beispiele nennen. Nein, auch die BRD hat noch lange nicht die Hausaufgaben hinsichtlich Menschenrechte gemacht. Sie badet sich drin viel getan zu haben und ja wir können im Großen und Ganzen froh sein, hier zu leben. Das sollte uns aber nicht davon abhalten genauer hinzuschauen und Veränderungen einzufordern. Tun wir das, gemeinsam. Nächstes Jahr haben wir eine echte Gelegenheit. Im Sinne von uns allen in der Gesellschaft, im Sinne der Menschen die bei uns Zuflucht suchen und im Sinne all der Menschen die auf der Welt unsere Hilfe bedürfen.

Es ist Adventszeit, Es ist Weihnachten. Rücken wir näher zusammen, tauschen wir uns aus. Reden wir miteinander. Genießen die Zeit des Zusammenseins und schöpfen Kraft. Kraft für nächstes Jahr und für das was ansteht. Ich wünsche uns allen, dass wir Ruhe und Geborgenheit finden. Dass wir zur Einsicht kommen, für unsere Rechte, insbesondere für das Menschenrecht, auf allen Ebenen des Lebens einzustehen und zu kämpfen.
Ich habe damit angefangen und unterstütze zum Beispiel die Bewegung, jetzt Partei, „Bedingungslose Grundeinkommen“ Mehr dazu im Januar. Und wann fangt Ihr an, was machst Du so konkret ab Januar? Schreib Dein Kommentar und teile uns allen mit wie es Dir geht mit dem Thema und was Du persönlich anstellst. Legt los….

Berlin -

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 durch die Generalversammlung der Uno verabschiedet. Daran wird am Tag der Menschenrechte, erinnert. Wenn es nur das wäre, lebten wir in herrlichen Zeiten. Wir müssen diesen Tag aber nützen, um daran zu erinnern, was alles zu tun ist, um die Menschenrechte zu schützen

– Quelle: http://www.berliner-zeitung.de/25255144 ©2016

 


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