Frohe Weihnachten

Meine Weihnachsbotschaft an Euch!

 


Gedanken zu Weihnachten...

Letzten Sonntag fiel dieser Beitrag aus, da ich seit langem wieder bei einer Parteiveranstaltung war.
Wie es dazu kam, was passiert und warum gerade ich mich wieder politisch engagieren werde, das füllt eine ganze Rubrik auf meiner Webseite. Diese werde ich nächste Woche angehen.

Und ja, eigentlich wollte ich Euch am Mittwoch den Blogbeitrag für Weihnachten zum Lesen zur Verfügung stellen. Er war auch bereits zur Hälfte geschrieben.
Aber dann kam das: Terroranschlag im Herzen von Berlin. An einem Ort, wo immer wieder um Frieden gebetet wird.
Wo Menschen zusammenkommen, um fröhlich und ausgelassen die Weihnachtszeit - zumindest einen Teil davon - verbringen wollen. Wo sie Freunde, Bekannte, Geschäftspartner und andere ihnen wichtige Menschen treffen. Und dann das!

 


 

Viel wurde in den letzten Tagen über die Tat, über den Anschlag an sich und über das, was diese Tat mit uns macht, über die Vereinnahmung durch die politische Elite und auch die negativen Auswüchse am Rande unserer Gesellschaft geschrieben. Da will ich gar nicht erst versuchen, alles noch einmal aufzurollen. Nur soviel: Ja, wir - also Jörg und ich - waren am Dienstag Abend vor Ort. Und auch wir, wie so viele andere Menschen, haben Blumen niedergelegt und eine Kerze angezündet. Es ging uns nah. Denn es passierte gerade mal 15 Minuten von unserer Haustür entfernt. Also gerade mal „so um die Ecke“. Und wir haben jeden Tag mit Menschen zu tun, da kann einen so etwas nicht kaltlassen.

 

 

 

Es fing damit an, dass ich am Dienstag Morgen ziemlich durcheinander war. Ich dadurch meine Bahn verpasste und 30 Minuten zu spät zu meinen jungen Teilnehmern in Königs Wusterhausen kam.
Auch dort war es so, dass ich vor ihnen eine Kerze anzündete, und ich doch recht aufgewühlt über meine Gefühle mit den jungen Menschen sprach. Noch nie hatte ich das Gefühl, dass wir als Gruppe so nah beieinander waren. Dass es etwas gab, was uns derartig nahebrachte. Wir diskutierten über Dinge, die uns nahegingen, was jeden Einzelnen bewegte, über Wut, Trauer und Hoffnung.
Und wir verfolgten im Laufe des Tages die Nachrichten - per Live-Stream im Internet. Schön, dass wir an jenem Tag mit dieser Hoffnung auseinandergegangen sind: Nie darf solche eine Tag dazu führen, dass wir unser Leben, wie wir es hier im Westen leben, aufgeben! Dass wir Werte nicht mehr leben, dass wir Angst und Trübsal Raum bieten! Jetzt erst Recht! Das war die Botschaft unserer Gruppe und später auch viele Menschen im Laufe der Tage.
So auch am Mittwoch bei der Gedenkfeier in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und vor dem Brandenburger Tor, welches in den Farben unseres Landes und der Stadt Berlin erstrahlte. Hätte jemand wirklich gedacht, dass wir auch zu den Staaten gehören werden, deren Landesfarben mal das Tor erleuchten würden? Nein. Wir lebten in der Hoffnung, dass der Kelch an uns, an unserem Land, vorüberziehen möge. Die Gefahr war da, aber wir dachten, wir kommen davon, wir sind ja gut aufgestellt. Die gewissen Behörden wissen schon, was sie tun. Pustekuchen!
Auch das mussten wir auf schmerzhafte Art und Weise lernen: Eine absolute Sicherheit gibt es nicht! Und unser Behörden hatten gerade auf der judikativen Ebene eben nicht voll und ganz so gearbeitet, dass wirklich alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, die unser Rechtssystem hergibt.
Und nun ist der (wahrscheinliche) Attentäter tot. Sind wir nun beruhigt, hat der Racheengel obsiegt? Ja schon, aber wir sind dennoch auch unzufrieden damit, weil wir nie erfahren werden, was den Täter tatsächlich antrieb, wer wirklich dahintersteckte, wer mit wem zusammenarbeitete. Und: Gibt es eventuell noch weitere Täter, die frei herumlaufen? Fragen über Fragen, die wohl nie beantwortet werden.
Auch damit müssen wir leben: Es gibt nie die eine endgültige und allumfassende Antwort. Immer wird etwas übrigbleiben, was wir nicht werden beantworten können. So auch in diesem Fall.
Schön, dass es gestern (am Freitag Abend) die Aktion unter dem Motto gab: „Wir lassen uns unser Leben nicht verbieten. Saufen für unser Recht auf unser Leben! Lecker Glühwein, Eierpunsch, Bratwürste und Brötchen mit Prager Schinken an dem Ort wo es geschehen ist - am Breitscheidplatz mitten in Berlin. Mit dem Blick auf die Stelle, an der der LKW zum Stehen kam.
Sollte uns die Wurst im Halse stecken bleiben, wie ein Reporter am Mittwoch meinte?
Nein, eben weil wir mit dem Bewusstsein hingegangen sind: Wir geben dem Leben, unser aller Leben, unserer Wertegemeinschaft wieder Raum. Berlin ist und bleibt Berlin! Wir lassen uns nicht durch solche abscheulichen Taten unterkriegen! Und ja: Wir haben immer noch Spaß am Leben! Damit fand die Woche einen zwar traurigen, aber auch versöhnlichen Abschluss.

 

 

 



Das ist für mich gelebtes Multi-Kulti: Wir gehen zum Friseur wo unsere „Haar-Schnipplerin“ polnische Eltern hat, gehen um die Ecke in zwei türkische Geschäfte zum Gemüse-, Fleisch- und Salateinkauf, gehen in die Markthalle zum deutschen Bäcker, usw. Auch leben wir gemeinsam mit ausländischen Mitbürgern in einem Haus zusammen.

 

Ach wie schön könnte das Leben doch sein, wenn sich nur alle Menschen auf dieser Basis verständigen könnten und miteinander leben würden!

 

 


Mein Weihnachtswunsch: Mögen viele Menschen aufmerksamer mit sich und anderen umgehen. Nicht Hass, Gewalt und Arroganz - auf welcher Ebene auch immer - sollte unser Leitkultur sein! Das Miteinander sollte unser aller Sinn sein!
Mögen die anstehenden Feiertage uns allen Ruhe und Frieden bringen. Mögen sie uns über den Wert des menschlichen Miteinanders klarwerden lassen. Nicht Konsum sollte unser alltäglicher Antrieb sein, sondern die gemeinsame Zeit - als das Maß aller Dinge. Die Zeit, die wir füreinander und für unsere Liebsten da sind, für Menschen die uns wichtig sind. Oder auch weniger wichtig... Und nicht, dass wir zuschauen oder gar weglaufen, wenn jemand Hilfe braucht, wenn ihm Gewalt angetan wird! Oder das wir gegenüber den Dingen, die gerade in unserem Land passieren, politisch schweigen.

 

 

 In diesem Sinne - und mit dem Wunsch auf eine friedvollere Zeit im Herzen - wünsche ich

Euch allen ein friedliches, fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest!

 

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