Gedanken zum Neujahr

Ein Teil von mir – von Dir – von euch stirbt Tag für Tag wenn…

...wir nicht aufpassen, auf uns und auf unsere Mitmenschen. Wieso und was es mit der Zukunft zu tun hat, erfahrt Ihr hier und heute.

Begonnen, mir Gedanken zu machen, was ich zum Neujahr schreiben sollte, ist schon ein Weile her.

Kluge Worte finden viele besser als ich. Aber was macht mich aus? Was berührt mich, und was möchte ich mit euch teilen? Da gab es schon die eine oder andere Idee. Und dann passierte etwas, was in einer Partnerschaft immer wieder passiert: Eine Auseinandersetzung. Sogar eine heftige. Oft weiß man später nicht mehr recht, um was es ging. Diesmal war es anders. Da es mich schon seit langem beschäftigt und unser Partnerschaft immer wieder auf die Probe stellt.

Es geht um das Wort „Vertrauen“. Ja richtig: Vertrauen, um das geht es heute.

Dazu kam ein Bericht über das Thema auf der Webseite „karrierebibel.de“. Und so war das Thema geboren.


Was es mit uns macht, was es auslöst in uns, und wir in der Gesellschaft mit diesem Wort umgehen.

Es geht auch um die andere Seite des Vertrauens, das Misstrauen.

Ein spannendes Thema. Wo fangen wir an? Vielleicht bei mir? Schön wäre es, wenn Ihr euch einbringt und auch etwas dazu schreibt. Nur wenn sich Menschen austauschen und die fünf Grundregeln für ein besseres Vertrauen trainieren und beherrschen, kann es etwas werden in der Partnerschaft, zwischen Menschen im allgemeinen und auch in unserer Gesellschaft, überhaupt in der Welt.

 

Mein Vertrauen wurde schon sehr frühzeitig erschüttert. Da starb etwas ab, und das Wort „Misstrauen“ bekam Nahrung und Größe.

Wann das war? Na so kurz nach der Geburt, mindestens jedoch dann, als ich knapp dem Tod von der Schippe sprang und auf dem OP-Tisch landete.

Jetzt wird der eine oder andere von euch sagen: „Als Baby und Kleinkind weiß man doch nicht, was Vertrauen ist oder wie das funktioniert. Geschweige denn, was das auslöst.“ Nein, da täuscht Ihr euch gewaltig. Das Koordinatensystem eines Babys und auch das von Kleinkindern ist äußerst sensibel. Eine Möglichkeit, sich auszurichten, ist eben das Wort „Vertrauen“. Vertrauen in die Welt, in die wir hineingeboren werden, in die Mutter, die uns auf die Reise in die Welt schickte und auf unser soziale Umfeld, welches uns umgab. Es passiert bestimmt nicht so bewusst wie heute. Eher unterschwellig, nach Gefühl und Notwendigkeit. Man kann ja noch nicht sprechen und muss daher sehen, wie man sich verständigt. Und vieles passiert über das Wort „Vertrauen“.

Und da ist vieles, bis heute, bei mir verschütt gegangen. Begonnen damit, wie meine Mutter mit uns umgegangen ist oder eher nicht. Wie ich hin- und hergeschoben wurde - von den Erwachsenen und auch von der staatlichen Institution, die sich Jugendhilfe nannte.

So richtig konnte ich als Kind nie erleben, was wirkliches Vertrauen bedeutet. Immer gab es einen Moment, in dem ich soweit war und bums - schon war wieder einer da, der mir aufzeigte, dass sich Vertrauen nicht lohnt. Ich kann nur sagen: Es ist beschissen so aufzuwachsen, weil es mit einem etwas macht, was ich bis heute mit mir herumtrage.

Und erst die Tage, Wochen und Jahre, in denen ich an Menschen geglaubt habe, einem falschen Verständnis von Vertrauen hinterhergerannt bin, mich ausnutzen ließ. Und das nur, um ja nicht alleine sein zu müssen oder keinen um mich zu haben. Ergebnis: Viele Menschen haben an meiner Person – an meiner Arbeit verdient. Seelisch, körperlich und finanziell. Wieder ist da etwas gestorben über die Jahr hinweg.

Und erst im Jahre 2008, als ich nach Berlin zog, mich mit mir selbst beschäftigte, mein „inneres und mein äußeres Ich“ fand und verstand, konnte ich so langsam Vertrauen fassen. Erst in mich selbst und dann wieder in mein Umfeld. Nein, es wird nie so sein, wie es sein sollte. Auch unsere Partnerschaft leidet darunter. Stück für Stück arbeite ich auf dem Feld des Vertrauens und trage so langsam die Früchte heim. Und so wie auch bei einer Ernte ist: Es gibt Rückschläge, wie halt diese Auseinandersetzung vor ein 14 Tagen. Ich kann damit aber besser umgehen. Und es wird eine, nein die Herausforderung in diesem Jahr sein.

Wie ist bei Dir? Welche Erfahrungen hast Du gemacht oder machst Du momentan mit dem Wort „Vertrauen“? Was löst es in Dir aus? Schreib´ ruhig, traue ich Dich. Gleich hier als Kommentar oder erst einmal auf einem Blatt Papier….

Kommen wir zu uns allen, egal ob in soziale Netzen eingebunden, in die Gesellschaft, in das Land, in welchen wir leben oder auch sonst irgendwo auf der Erde.

Wie ist es da mit dem Wort „Vertrauen“ bestellt?

Man könnte schnell zu dem Schluss kommen: Nicht sonderlich, eher auf einem absteigenden Ast, eher mau, geht so oder bis hin zu „… ist doch gar nicht mehr vorhanden...“.

Und warum? Weil wir alle die fünf Grundregeln des Vertrauens verlernt haben, außer Acht lassen oder sogar mit Füßen treten. Wir kommunizieren zu wenig, reden über die falschen Dinge oder gar nicht mehr miteinander. Wir schreien uns lieber an. Ziehen lieber über andere her - ob der Möglichkeiten, die es so da gibt, wie Facebook, Internet im allgemeinen und sonstige Medien.

Es ist ja leichter so mit Abstand, ohne dem anderen gegenüberzustehen, herzuziehen.

Und das passiert tagtäglich: Nicht nur in unserem kleinen Kosmos, den wir soziales Umfeld nennen. Nein, auch in der Politik, in der Wirtschaft, in Kultur und Bildung geschieht das.

Haben die Menschen wirklich noch Lust dazu, miteinander zu kommunizieren? Manchmal habe ich das Gefühl: Nein!

 

Sind wir wirklich bereit zu sagen, was wir meinen, glauben, fühlen? Und tun wir, was wir sagen?

Ich nehme mich da gar nicht aus. Wir alle müssen lernen, wieder wirklich zu glauben, zuerst an uns und dann auch an andere Menschen. Wir müssen wieder fühlen lernen. Zu fühlen, was wir wirklich möchten, wie wir dies zum Ausdruck bringen, und wie man es anderen Menschen mitteilt.

Und wie es denn wirklich darum bestellt, was wir tun? Zu oft - viel zu oft - wird etwas gesagt, was keine Handlung nach sich zieht. Politiker sagen viel, wenn der Tag lang ist und tun sie dann das Richtige, setzen sie wirklich um, was sie sagen? Oft kommen sie mit dem Wort „Kompromiss“.

Kompromiss ist die Stiefschwester von Misstrauen, mal ehrlich gesagt. Denn wenn es nicht so wäre, dann würde man ehrliche Worte finden, die zu ehrlichen Taten führten. Aber genau das passiert viel zu wenig in diesem Land – in dieser Welt. Meister der Kompromisse sind übrigens unsere Diplomaten. Manchmal denke ich: Die haben das Wort erfunden, um sich ein Broterwerb zu sichern. Ist ja so auch leichter, als mal auf den Tisch zu hauen - verbal versteht sich. Angemessen in Ton, Mimik und Gestik.

Mit Vertrauen haben Kompromisse wenig zu tun. Wenn es nicht so wäre, dann würde man doch sagen können: Ich springe über meinen Schatten und vertraue dem anderen in dem, was er und wie er es tut.

 


Aber lieber ist man unehrlich zu sich selbst, zu dem, was man glaubt und denkt. Man ist nicht bereit, seinen Standpunkt ehrlich zu vertreten. Ehrlichkeit ist beliebig geworden ins unserer Zeit - echt zum Kotzen. Im Gegenteil: Ist man ehrlich, dann wird es einem als Schwäche ausgelegt, und es wird eher als negativ bewertet. Schlimmer noch: Ehrlichkeit wird derartig als Worthülse zu Markte getragen, dass mir so langsam übel wird. In der Werbung, in der Bildung, in den sozialen Medien – ach, was weiß ich wo noch, wird um das Wort gebuhlt. In Wirklichkeit wird immer wieder abgecheckt, was dieses Wort für ein Marktwert hat, und wie man es zu Kohle machen kann… Widerlich!

Vertrauen basiert auf Ehrlichkeit! Ich, du und wir alle müssen wieder ehrlicher miteinander umgehen. Keine Angst haben vor der Wahrheit. Bitte schön, immmer angemessenen in Ton, Mimik und Gestik: Das sollte – nein muss! - der Maßstab sein! Ein ehrliches Wort kann befreiend sein, kann Wege und Möglichkeiten eröffnen, an die wir nicht dachten, oder die wir nicht für möglich hielten. Tun wir es alle einfach doch mal. Das wünschte ich mir für dieses Jahr. Seien wir als Erstes ehrlich zu uns selbst. Gestehen wir uns unsere Fehler ein. Stehen wir zu ihnen, und sprechen sie auch offen an. Dann kommt auch Vertrauen zurück, zurück zu uns, in uns, und dann ist es auch leichter, wenn es um andere Menschen geht. Versuchen wir es in diesem Jahr: Eigene Ehrlichkeit – Vertrauen zu uns – Selbstvertrauen – ehrlicher Umgang mit anderen Menschen. Anders sehe ich keinen Weg.

Ja, dazu bedarf es Zeit - oft viel Zeit. Und Zeit ist die Währung unserer heutigen digitalen Welt.

Nicht Geld, was man uns glauben zu machen versucht, sondern Zeit ist die neue Währungseinheit.

Nur wer sich Zeit für sich selbst nimmt, sich eine Auszeit gönnt, sich die Zeit nimmt, über Dinge und deren Folgen nachzudenken, kann auch bessere Entscheidungen treffen. Wenn Vertrauen das Kind ist, dann ist die Zeit die Mutter und die Ehrlichkeit der Vater. Und nur wenn diese drei miteinander ständig kommunizieren, kann Vertrauen entstehen. Nur dann kann es zu etwas Starkem heranwachsen und gedeihen. Machen dies alle Eltern? Ich denke: Zu wenige!

Auch bei mir war es so, und so ist es nicht verwunderlich, dass ich nicht ein so starkes Vertrauen in mir trage.

 

Mein Fazit aus all dem: Ich werde mir eine Auszeit gönnen, in dem ich mich ordne. Ich werde in meiner Partnerschaft am Thema „Vertrauen“ weiter arbeiten, damit es besser klappt zwischen mir und meinem Partner. Ich werde im Bildungsbereich, in dem ich unterwegs bin, dafür kämpfen und streiten. Ich werde mir die Zeit nehmen - für eine neue politische Bewegung und dieser mein Vertrauen schenken. Schauen, was die fünf Grundregeln des Vertrauens dort bewegen können. Ob die Menschen mit Ehrlichkeit und dem Mut zur Wahrheit umgehen können.

 


Das ist meine Herausforderung. Und wie ist es jetzt mit Dir? Was ist Deine Herausforderung in Bezug auf das Thema „Vertrauen“ und den fünf Grundregeln? Leg´ los – denk´ nach und schreib´ es nieder…

Du bist herzlich dazu eingeladen. Beginnen wir ale das Jahr mit Vertrauen in unsere Stärken und in den Mut, Dinge anzusprechen oder niederzuschreiben.

 

Bedenkt bitte:

 

Und damit entlasse ich Euch für heute ins Neue Jahr und trage die Hoffnung in mir, dass es mit dem Vertrauen in diesem Jahr besser klappt…!

Euch allen ein erfolgreiches, mit viel Vertrauen und Ehrlichkeit erfülltes Jahr 2017.

Zu diesem Thema: Lesetipp 2

 Vertrauen ist ein erlerntes Verhalten

Vertrauen gewinnen-Misstrauen
Vertrauen macht gelassen, bis es enttäuscht wird. "Kann man denn niemandem mehr trauen?", fragen sich folgerichtig all jene, deren Grundvertrauen zu oft von anderen Menschen enttäuscht wurde.
Mehr dazu auf der Webseite: karrierebibel.de


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