Rausch oder Kater?

Achtsamkeit in der Partnerschaft

 Och wo soll ich da anfangen? Es gibt so viel darüber zu schreiben. Und jeder von Euch kann was dazu erzählen. Also wo anfangen – wo fängt man an und wo auf?

Vielleicht damit, dass ein, mir gut bekannter, Mensch den Tipp gab: „Wenn Du ein Beitrag schreibst, dann fange bei Dir an. Wie Du die Dinge siehst, wie Du die Welt erlebst und was Dich ausmacht. Und lade die Leute dadurch ein, mit auf eine Reise zu gehen.

Na dann Leute, dann kommt mit und geht mir auf eine Reise der besonderen Art.

 


Im ersten Beitrag zum Thema „Aufmerksamkeit“ erwähnte ich schon, dass ich nicht viel mit dem Wort anfangen konnte. Es war präsent nur bewusst war ich mir dessen Wort und Bedeutung wenig. Erst durch die Fortbildung öffnete sich da eine Welt die ich so noch nicht gesehen habe.

Im letzten Beitrag ging es um mich, wie ich mich entwickelt habe und wo ich heute stehe.

Und ist die Entwicklung damit beendet? Ich denke nicht. Ich bin mitten drin. Ich bin Reisender und Entdecker in einer Person. Und so auch was das Thema Achtsamkeit und Partnerschaft angeht.

Legen wir los:

 Am 24.06.2017 war Kunstmarkt der Generation. Wirklich eine tolle Veranstaltung.

Eine Veranstaltung die mir wichtig war – die ich unbedingt besuchen wollte.

Ich dachte auch, dass ich darüber mit meinem Mann gesprochen hätte. Habe ich das wirklich? Habe ich ihn abgeholt? Habe ich ihn mitgenommen bei der Planung?

Na Ihr könnt euch denken wo es hingeht. Es musste so kommen wie es kommen musste.

Es kam auch noch dazu, dass ich die ganze Woche schon nicht gut drauf war. Zuviel passiert was mich doch runter zog. Ganz kann man nicht alles wegstecken. Sollte man auch nicht. Es ist nur die Frage wie man dann mit seinen Gefühlen umgeht. Gerade wenn man, wie ich mit einem Mann, zusammen lebt. Also da waren die angestauten Gefühle der Woche. Dann trafen wir, während es Wochenendeinkaufs, einen Menschen den ich aus der U-Bahn kannte. Er erzählte uns von dem Kirchenfest was am selbigen Tag statt findet. Ja und wie ick so bin, sagte ich zu und legte fest, dass wir Abends dort vorbei schauen. Wieder ohne det mit meinem Mann noch einmal zu klären.

Auf der anderen Seite: Er wollte doch einen aktiven Mann, der auch mal entscheidet und nicht immer zu allem Ja und Amen sagt. Nur so? Bestimmt nicht!

Es kam eins zum anderen. Der Höhepunkt war dann auf dem Fest. Beim Kuchen holen.

Irgendwas habe ich falsches gesagt oder nicht im angemessenen Ton. Und schon hing der Haussegen so was von schief. Ick sage Euch, det Gewitter spürt man bis heute in Berlin …

Krach, gegenseitige Vorwürfe, alles was ich und Jörg falsch machen konnten in solch einer Situation, machten wir falsch. Letztlich ging er, wartet noch 10 min an der Haltestelle und fuhr nach Hause. Ich wollte noch den Kuchen auf essen. Dazu schmeckte er einfach zu gut. Und er war ja auch selbst gebacken von den Frauen des Vereins. Und dann wollte ich wenigstens noch das Fest den Menschen da draußen über Facebook nahe bringen.

 Respektlos meint Ihr? Denke ich nicht. Jeder brauchte Abstand von dem anderen. Ich fuhr nach 20 bis 30 min auch nach Hause. Legt mich erst Mal hin und schlief mir mein Ärger weg. Jörg war noch nicht zu Hause. Und wisst Ihr was das Schöne war? So gegen 18:30 kam ich in die Wohnstube und da saß er. Wir redeten nicht. Schauten uns nur an. Und ich meinte nur: Ach manchmal kann ich eine richtige doofe olle Kartoffel sein. Entschuldigung an alle Kartoffeln dieser Welt. Die können nischt dafür, dass ich dies als Bild verwendete. Es kam mir halt so in den Sinn. Na zumindest war der Hausfrieden wieder für´s Erste hergestellt. Geklärt war bis dahin nichts. Nicht unsere Gefühle, nicht unsere Ansichten und was sonst so in uns vorging. Darum ging es auch nicht.

Es ging darum, wieder zueinander zu finden. Und dies klappte janz jut. Warum?

Weil wir trainiert sind in solchen Dingen. Weil wir des öfteren solche Auseinandersetzungen hatten. Gerade in der Zeit von unserem gemeinsamen Projekt „Art-Hostel“.

Das Projekt hatte durchaus das Potenzial unsere Beziehung zu sprengen. Tat es aber nicht!

Na auf jeden Fall war wieder Frieden und wir hatten noch einen kuscheligen gemütlichen Abend.

Zum Kirchenfest zu gehen, hatte ich keine Lust mehr. Neee, dazu war mir nach dem Tag nicht mehr.

Was möchte ich damit Euch aufzeigen?

Erstes das Achtsamkeit bei einem selbst anfängt. Nur wenn man mit sich selbst beschäftigt kann man auch sich mit seinem Partner befassen.

Wie will man den auch die richtigen Fragen stellen? Die Antworten auf seine Fragen wissen wenn man sich selbst nicht so was vorbereitet.

Nur eine Auseinandersetzung sollte stattfinden und muss erst recht stattfinden wenn wir an die „Ehe“ denken.

Und jetzt kommen wir mal zum Thema „Ehe für Alle“ …

Den die Ehe als Institution hat viel mit dem Wort Achtsamkeit zu tun. Mehr als uns lieb ist oder sein kann. Denn die Ehe an sich ist für mich ein höherer Ort der Achtsamkeit. Und viel mehr.

Ich fand es richtig gut was der Abgeordnete von der CDU am letzten Freitag vor der Abstimmung sagte: Das die Ehe sehr viel mit konservativen Werten zu tun hat. Richtig. Dann bin ich halt eben auch ein Stück konservativ. Nur Werte wie Respekt vor einander, für den Anderen in guten wie auch in schlechten Zeiten da zu sein, sich für den Anderen aufzuopfern und vieles mehr. Ihr könnt ja mal die Werte selbst für Euch sammeln und darüber nachdenken was sie für Euch bedeuten. Und wie viel Konservatives in Euch steckt.

Und von daher sollte man nicht so leichtfertig mit dem Thema umgehen. Gut, dass es eine Zeit der Vorbereitung gibt. Bei vielen, so auch bei uns, weil man ja auch das Finanzielle klären sollte und muss.

 

Nach dem Rausch dieses großen und wichtigen Tages, gehört es sich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zu kehren. Die Tatsache ist nun mal das eine Ehe nicht nur Flower-Power und Himmel voller Regenbögen ist. Der Alltag einer Ehe besteht in erster Linie voller Arbeit.

Noch mehr als vorher, als man nur als Paar zusammen war. Den ein wichtiger Unterschied gibt es zur Partnerschaft: Man kann im schlimmsten Fall weg rennen. Kann man det bei der Ehe einfach so? Wer hat sich wirklich mal den Kopf gemacht, zu überlegen dem Partner den Arsch abzuwischen. Den Partner in seiner Demenz zu ertragen. All seine Ecken und Kanten auf immer und ewig hinzunehmen. Nie wieder flüchten zu können! Nie wieder wirklich alleine für sich sein dürfen. Seid Ihr bereit Euch mehr aufzugeben als Ihr es bisher musstet? Was ist mit Eurer Freiheit die Euch so heilig ist.

 

Meine Bitte: Geht nicht so leichtfertig mit dem Begriff „Ehe“ um! Seit in diesem Punkt konservativer als Ihr es je vorher wart oder sein werdet. Nur dann werdet Ihr mit weniger bösen Überraschungen aufwachen und die Ehe wird nicht zur Veranstaltung mit Katerstimmung und noch teuer dazu.

Ich werde mich mit aller Konsequenz darauf vorbereiten. Dafür ist es mir zu wichtig.

Und noch eins: Ich durfte als Kind erleben wie Erwachsene in einer Ehe miteinander umgehen.

Oder besser wie sie es nicht sollten. Scheidung, Trennung und dann doch nicht, Scheidungsurkunde zu Weihnachten und vor allem Krieg, Krach und Prügel. Nein, det braucht kein Mensch.

Ein Grund warum ich zum Beispiel keine Kinder groß ziehen möchte. Die Angst in Muster zurück zufallen, ich sage nur Spiegelneuronen, steckt zu tief in mir.

Ich durfte auch bei vielen anderen Menschen sehen was die Ehe aus denen macht oder gemacht hat.

Ich denke mir manchmal: Haben sich die Menschen eigentlich wirklich mit dem Akt der Ehe beschäftigt oder war es nur ein weiteres Happyness in ihrem Leben? Eine Art Drogenrausch aus dem man nicht aufwachen möchte. Den ganzen Scheiß danach wollte man oder will man nicht wahr haben?!

Nein, so einfach mache es mir nicht. Dazu bin ich auch in einem Alter in dem man keine Scherze mehr macht mit so was. Ich die Dinge nicht mit den Augen eines Zwanzigjährien sehe und sehen kann.

Ich möchte auch nicht wegrennen. Nicht vor mir und nicht vor den Dingen da draußen was man Leben nennt. Dazu haben auch die tausenden Geschichten beitragen die ich mit meinen anderen drei Partner hinter mir habe. Auch diese Zeiten haben mich geprägt und weiter entwickeln lassen.

Wenn jedes Verhalten im jeweiligen Kontext richtig ist, dann sollte alles so geschehen wie es geschehen ist. Ruhe sanft oder wie auch immer.

 

Schauen wir nach vorn. Das Glas ist halb voll und sehen wir die Sonne hinter den Regenwolken.

Bereiten wir uns gut vor. Mehr als je zuvor. Und dann und nur dann nehmen wir das Schiff der Ehe und segeln in eine neue Welt. Die nicht viel anders sein wird als jetzt, klaro. Nur doch ein wenig anders schon.

Und Ihr? Bis her gekommen und immer noch voller Rosen im Kopf, ob des Rausches der Möglichkeit heiraten zu können? Lasst Euch Zeit, entdeckt Euch selbst erst Mal, beobachtet die Welt da draußen, nehmt Fahrt auf im eigenen Leben und irgendwann, so Gott es will, wird es den Einen oder die Eine geben die Euer Pirat oder Räuber sein wird. Der Euch entführt in eine neue spannende Welt. Voller Abenteuer, Katastrophen, voller Momente der Liebe und Hingabe.

Ich wünsche Euch dabei viel Spaß und Kraft und nun raus mit Euch in die Welt da draußen … :-)

 

PS: Es läuft gerade wieder mal „ABBA – der Film“. Wie herrlich! Hat er doch soviel damit zu tun worüber ich schreibe. Ach ich liebe diesen Film … :-)

 

Verlieben – Verlieren - Weggehen – sich wieder wiederfinden – die Karten neu mischen -

Heim kommen – Erwachsen werden und doch Kind bleiben ...

 

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