Ein magisches lebendiges Wort oder doch nur ein Wort?

Seit Ende März nehme ich an einer Fortbildung teil. Ja, es geht um Coaching. Auch ich bin diesem Wort gegenüber skeptisch eingestellt. Nur, wie sage ich so schön: Alles kann sich ändern und man sollte die Fähigkeit behalten über seinen eigenen Tellerrand zu schauen.

Also tat ich dies und nun bin ich voll dabei. Mittenmang wie der Berliner sagen würde.

Ist es für mich schlimm? Werde ich auch jetzt zu einer der Quasselstrippen die einem das eigene Leben erklären wollen? Bestimmt nicht!

Deshalb sehe ich die Fortbildung eher als eine Chance mich als Mentor besser aufzustellen.

Denn ich hatte letztes Jahr eine Maßnahme geleitet wo es um die Integration von jungen Menschen in den ersten Arbeitsmarkt ging. Hochinteressant und lehrreich für alle. Insbesondere für mich da ich ein Teil von einem System wurde was ich eigentlich ablehne. Zum Glück gaben mir gewisse Dinge Kraft und Durchhaltevermögen. Nur dazu mal später. Was wichtiger ist: Ich merkte sehr schnell, dass mir der theoretische Überbau, Methoden und Techniken fehlen die mir helfen besser in der Praxis mit Menschen umzugehen. Ihnen besser helfen zu können. Auch mir helfen zu können in schwierigen Situationen. Und deshalb diese Fortbildung.

 

Es sind jetzt fast vier Wochen die ich dort verbringe und ich muss sagen: Dies Fortbildung geht weit über den hinaus was ich mir so vorstellte. Den es geht nicht nur um die Aneignung von Wissen im Bereich Coaching. Nein, es geht sehr viel, wirklich sehr viel um die eigene Selbstreflexion. Um seine eigene Wahrnehmungen, seinen eigenen Konstruktivismus und seine eigene Matrix mit der man unterwegs ist. Und wenn man anderen Menschen helfen möchte, dann muss man zuerst bei sich selbst anfangen. Ich bin ja seit 2008 dabei mich selbst und meine „Ichs“ zu verstehen, zu begreifen und mit denen klar zu kommen. Gelingt mir schon ganz gut. Irgendwie war mir so, dass was fehlte. Jetzt, durch das was ich in dieser Fortbildung lerne, begreife ich was mir fehlte.

Die Worte zu finden welche beschreiben was in einem vor sich geht, was einem bewegt, warum was passiert. Ich sage Euch: Es ist eine wahnsinnig spannende Reise!

Eine Reise zu sich selbst. Und zu der Erkenntnis: Vieles hat man in der einen Art und Weise angewendet. Nur konnte man das nicht beschreiben, benennen oder kannte es einfach nicht so richtig. Jetzt wird es anders. In den nächsten vier Monaten lerne ich Techniken, Methoden und Wege kennen die mir selbst helfen und dann eben anderen Menschen - die zu mir kommen. Jene Menschen die wirklich Hilfe bedürfen, dies erkennen und es einfordern.

Praxis bringe ich zu Genüge mit. Mein Leben könnte drei Bücher fühlen. Bin auch dabei diese zu schreiben. Die Mischung aus praxisbezogener systemisch lösungsorientierter Arbeit und den notwendigen Fachwissen macht es aus was uns weiterbringen wird. Na dann: Auf zu neuen Ufern…

 


Heute möchte anfangen mit einem magischen Wort was mir wirklich die Augen geöffnet hat. Ein Wort nach was ich seit langen suchte. Mir nie einfiel. Mir nie über die Lippen ging. Und nun ist es passiert: Donnerstag vor zwei Wochen hatten wir wieder den Tag ohne Dozenten. Unser Tag des Selbststudiums.

Diesmal gab uns der Dozent einige Bücher zum durchschauen. Zwei fielen mir sofort auf. Eins war sehr praxisbezogen. So als Schulheft mit Aufgaben. Auch gut gestaltet und geschrieben. Das andere hat mich elektrisiert, hat mich gefesselt, hat mich in sein Bann gezogen. Es hat Bäng gemacht.

Es ist das Buch: „Das Achtsamkeitsübungsbuch“. Wow war ich platt. Ich habe es quer gelesen. Was ich in diesem Buch so las öffnete mein Hirn, mein Geist. Es war das Wort nach dem ich lange suchte, nie greifbar für mich machen konnte. Endlich habe ich nicht nur ein Wort, sondern auch Möglichkeiten, Methoden und Techniken dieses phantastische Wort für mich erlebbar zu machen.

Denn es lagen zwei CD´s dem Buch bei. Mit allen möglichen Übungen, mit denen man es schafft dieses Wort auch zu spüren. Sich selbst zu spüren, sich selbst mal runter zu holen vom Sockel der Hektik und der Anspannung. Vor allem war es wirklich gut geschrieben. Holte einem ab und ermunterte einen, sich auf den Weg zu machen dieses tolle Wort zu leben.

Also beginnen wir, beginnen wir mit dem Wort „Achtsamkeit“. Achtsamkeit sich gegenüber. Achtsamkeit seinem Partner gegenüber, Achtsamkeit dem sozialen Netzwerk gegenüber und der Achtsamkeit in unserer Gesellschaft. Ein Wort was so vieles beinhaltet, dass man schier umfallen könnte ob der gewaltigen Dimension die sich da hinter dem Wort „Achtsamkeit“ auftut. Die nächsten Wochen, Monate und Jahre werden spannend. Nicht nur durch die Arbeit als Mentor sondern auch durch das Erleben was das Wort „Achtsamkeit“ mit einem selbst und mit anderen Menschen macht. Was es auslöst und was es bewirken kann. Eben halt ein magisches und lebendiges Wort.

Lasst Euch inspirieren, fühlt Euch eingeladen, probiert Euch an dem Wort „Achtsamkeit“ und informiert Euch. Es macht Spaß! Denn ist ein Wort und kein ganzes System was so kompliziert daher kommt. Nein, ein Wort was so viel bewegen kann. Weil man klein anfangen kann, um dann Schritt für Schritt sich immer mehr anzueignen was das Wort „Achtsamkeit“ angeht.

 


Beginnen wir. Beginne ich heute bei mir selbst. War ich achtsam genug gegenüber meiner Person?

Habe ich so gelebt, dass das Wort „Achtsamkeit“ Platz fand?

Erst Mal habe ich mich wenig um das Wort gekümmert. Es war mir einfach nicht bewusst. Vieles lief im Verborgenen ab. Vieles durch die Art und Weise wie ich aufgewachsen bin. Durch Menschen die ich begegnet bin. Wie ich mich begegnet bin. Es wird kein esoterischer Mist. Ganz und gar nicht.

Ihr wisst ja, ich bin praxisbezogen und werde Euch nicht mit Übersinnlichen daher kommen.

Es geht hier wirklich um das Bewusstsein in der Wirklichkeit, im Alltag, in unserer eigenen Lebensblase. Und wie ist es nun bestellt um mich und der „Achtsamkeit“ gegenüber? Auf einer Skala von eins bis zehn würde ich sagen: Ich bin bei sechs bis sieben angelangt. Aber nur weil ich mich seit 2008 auf mich konzentrierte und mich neu entdeckte. Mich in Frage stellte und mich weiter entwickelt habe. Einen besonderen Schub gab es durch das Hostelprojekt und durch meine Partnerschaft. Vor dem Jahr 2008 war ich eher bei vier bis fünf. Oft auch bei drei.

Ich wollte leben, ich wollte erleben und ich wollte Sex in allen seinen Schattierungen. Ich wollte die Welt entdecken.

 Dann bin ich in der DDR aufgewachsen. Da ging es weniger um das eigentliche Ich. Es ging hier um das Ich in der Gemeinschaft, im Kollektiv und in der sozialistischen Gesellschaft. Das „Ich“ hatte nicht so richtig Platz in diesem Umfeld. War nicht schlimm. Denn ich habe vieles gutes und interessantes erlebt. Ob im Kinderheim oder während der Ausbildung oder als junger Erwachsener. Und erst die Wende, der Mauerfall. Der gab mir eh noch einmal den richtigen Anstoß wild, unbändig und voller Neugier in die Welt zu schauen. War da Platz für so was wie „Achtsamkeit“? Ich meine, aus heutiger Sicht, sie war da. Nur war sie im Verborgenen tätig. Sie begleitete mich wie eine liebe nette Person. Die mich vor größeren Schaden abhielt. Die dafür sorgte, dass ich nicht so allzu sehr abglitt in die Hölle des Lebens. Z.B. merkte ich schnell wann ich wieder mal ins eins der vielen für mich aufgestellten Fettnäpfchen trat. Ich stand dazu und entschuldige mich artig. Immer wieder – über Jahre hinweg. Ich half eher anderen Menschen als mir selbst. Mein Leben war mir nicht so wichtig. Ich lebte eher als dass ich mich wirklich wahr nahm und um mich kümmerte. Der Gipfel war ein Vorfall im Jahr 1996. Ein toller Mensch, ein Mensch der mir nah stand als Kumpel, sagte damals zu mir: „Du musst dich von diesem Menschen trennen, ihn vergessen. Er vernichtet dich, er tut dir nicht gut.“ Und habe ich darauf gehört? Nein!


Ich braucht sage und schreibe vier Jahre eh ich mich aufraffte und ihn verließ. Es war mein Freund, mein Geschäftspartner, mein Sexpartner. Wie konnte ich nur? Nur mein Kumpel sah den dunklen abwärtsgerichteten Weg auf dem ich mich befand. Ich war noch nicht soweit. Wo war die „Achtsamkeit“? Die mich sonst so gut beschützte. Als eine Art Engel über mich wachte. Ich hatte es nicht gelernt auf mich zu schauen und aktiv achtsam um mich zu kümmern. Es geschah doch eher alles automatisiert, eben so. Und endlich im Jahr 2000 wagte ich den Schritt und verließ ihn. Und brachte mir dies was? Erstmal ja. Denn ich bekam neuen Mut leben zu wollen. Ich sah die Welt mit anderen Augen. Es kam sogar eine tolle Frau in mein Leben. Und vielleicht wäre ich heute Vater. Wenn ich den Weg gefolgt wäre. Doch Holger wollte nicht. Fand andere Menschen mit denen er Abenteuer erleben konnte. Anstatt um sich selbst aktiv zu kümmern. Auch wieder eine Phase die geprägt war von Funktionieren und Alltag. Obwohl: So schlecht war die Zeit nicht. Ich lernte eine Menge, machte mich wieder selbstständig, war Outdoor viel unterwegs und ich fand einen Menschen mit dem ich gern zusammen leben wollte. Den ich als mein Partner gewinnen wollte. War er ein Partner für mich? War er der Mensch auf den ich gewartet habe? Schon irgendwie. Nur blöd wenn der Andere nicht will. In dir eher eine Zweckgemeinschaft sieht. Egal, die Achtsamkeit war mal wieder im Ruhestand und so gab ich mich einem Leben hin was mich selbst positiv praktisch weiterbrachte nur meinem Seelenheil nicht. Ich habe viel von Peter gelernt, es war eine aufregende und schöne Zeit. Für das „Ich“ in mir blieb da wenig Zeit. Machte mir auch wenig Mühe darüber nachzudenken und es anzugehen. Es lief ja – es funktionierte ja, also das Alltagsleben.

Und erst durch eine Begegnung der besonderen Art bin ich endlich darauf gekommen was ich tun sollte. Endlich tun sollte. Obwohl ich auch damals noch nichts mit dem Wort „Achtsamkeit“ was anzufangen wusste. Es war halt da, half mir aus den schlimmsten Situationen, beschützte mich und lotste mich so durch das Leben. Was war passiert?

Wieder einer meiner wirklich tollen Kumpels. Mit dem Stand ich auch in Verbindung als ich zu den Schwaben runter ging. Wegen Beruf und Finanzen. Auch wegen mir. So dachte ich damals. Nur dieser Mensch sagte mir bei einem der Berlinbesuche einen Satz der mir bis heute, bis alle Ewigkeit ins Gehirn gebrannt bleibt.

Während eines längeren intensiven Gespräch meinte er auf einmal, so aus heiteren Himmel: „Det bist du nicht Holger. Das bist nicht Du!“ Was für ein Satz! Was für eine Klatsche. Voll in die Fresse und voll auf den Kopf. Nur leider wahr. So wahr, dass ich ihn und diesen Satz ernst nahm. Ich ging 2008 zurück nach Berlin. Wohnte in einer WG bei Winni und fand endlich die Ruhe und den Weg zu mir. Gut, ein beruflicher Vorfall half mir, machte mir es leichter diesen Schritt zu vollziehen. Aber ich war es, ich alleine der diesen Schritt wollte und dies durchzog. Endlich wieder Berlin, endlich zuhause, endlich ich!


Wie schön fühlte sich das an. Wahnsinn, echt jut. Ich lebte wieder, ich atmete wieder, ich fand zu mir. Auch wenn es noch Jahre dauerte, eh ich soweit war mich zu akzeptieren. Das ich wusste wie ich mein „inneres Ich“ und mein „äußere Ich“ vereine, versöhne. Wie am Anfang geschrieben: Den letzten Schub gab es durch das Hostelprojekt und diese Fortbildung. Gerade nach dem Hostelprojekt gab es Menschen die wirklich ehrlich meinten, ich hätte mich positiv weiter entwickelt. Ich habe mich positiv verändert. Was für ein Labsal auf meiner Seele. Schön so was zu hören. Schön zu wissen, dass diesmal es geklappt hat mit der Achtsamkeit zu mir.

Nun kommt noch das Wissen durch die Fortbildung dazu und das Wissen was ich in den nächsten Wochen und Monaten dazu lerne. Auch was das Thema „Achtsamkeit“ angeht.

 

Bin gespannt was da noch passiert, was ich erlebe werde und welche Wege sich mir öffnen. Ich bin gespannt wie lange nicht mehr. Ich freue mich darauf. Das ist was das Leben ausmacht: Zu sich finden, sich selbst finden und anderen dann daran Teil haben lassen. Ihnen dann zu helfen, soweit sie es wollen. Den eins habe ich gelernt: Der Wille zur eigenen Selbstwirklichkeit kommt nur von einem selbst, aus einem selbst heraus.

Versucht es mal. Schaut mal in Euch. Was macht Euch aus. Wie sieht Eure Wertematrix aus? Wie schaut es mit dem Wort „Achtsamkeit“ zu Euch selbst aus?

Tut es – Macht es! Ihr werdet sehen: Es lohnt sich, es bewegt was und Ihr spürt dies dann auch. Nur Geduld solltet Ihr mitbringen, den die „Aufmerksamkeit“ lässt ich nicht so ohne weitere finden und erwecken. Ihr seid es die den ersten Schritt tun muss. Tut es – Macht es! Es macht Spaß… ;-)

 

Und demnächst geht es um die „Achtsamkeit“ dem Partner und den Menschen im näheren Umfeld gegenüber. Bleibt dran, bleibt wissbegierig, bleibt achtsam Euch gegenüber…