Glauben und was dieser mit uns macht…

Klar es ist Weihnachten denkst Du dir, dass er mit dem Thema kommen muss ist nun nicht verwunderlich.

Nur halt: Erzähl mir nicht dass Du dich nicht mal mit dem Thema „Glauben“ auseinandergesetzt hast?!

Es ist so: jeder von uns kommt an einen Punkt wo der Glauben ein Teil seines Lebens wird.

Entweder über negative besser über positive Erlebnisse oder Geschehnisse.

Lass uns darüber reden!

 

Gut, reden geht hier nicht. Daher schreibe ich meine Gedanken dazu auf und Du kannst die Möglichkeit nutzen diesen Text zu kommentieren. Alle klar? Lust? Nutze jetzt die Möglichkeit der Feiertage auch für Dich – über Dich nachzudenken – Dich mit Themen wie den Glauben zu beschäftigen.

 

Wo fange ich an? Das Thema war schnell klar über dass ich schreiben und mich mit Dir austauschen möchte. Es bewegt mich. Erst gestern Abend war es wieder so:

wir gingen wie jedes Jahr in die Kirche - zur Christmette. Für mich eine Art Volksveranstaltung mit viel Promporium. Wer es braucht dachte ich früher – nur heute sehe ich das differenzierter. Vielleicht liegt dies an meinem Alter, vielleicht an meiner Lebenserfahrung oder was auch immer.

Ich stehe dazu: mit den ganzen Geschichten die die Kirche, insbesondere zu Weihnachten, uns da auftischt kann ich nichts anfangen. Ich bin nicht kirchlich und gläubig. Dachte ich – falsch gedacht!

Den jeder hat seine Kirche – sein Glauben. Ja auch Du und so auch ich. Das ist mir gestern Abend wieder klar geworden.

 

Dazu sollten wir uns klar werden was Kirche für einen bedeuten. Ich kann nur für mich hier schreiben. Deine Einstellung solltest Du – kannst Du hier gern los werden.

 

Also Kirche. Ich bin als sozialistische Persönlichkeit erzogen und aufgewachsen. Da ist wenig Raum für Kirche und so ein Kram. Eher als Denkmal oder als Ort wo sich Menschen treffen die was gegen den Staat hatten und so. Ich habe früher die Kirche als System der menschlichen Unterdrückung verstanden. Da wurde mit allen Mitteln des mystischen, materiellen und politischen Macht versucht den Menschen an sich zu ketten. Mit Erfolg! Wie viel Leid und Menschenopfer hat der Kirchenwahn nur hervorgebracht in den letzten Jahrhunderten, Jahrtausenden des Bestehens der Kirche. Wie viel Selbstverleugnung, wie viel Verachtung, wie viel Machtgeilheit war damit ist verbunden. Ist es bis heute.

Nur vergessen wir eins nicht: die Kirche war für viele Menschen auch ein Ort der Geborgenheit, des Miteinanders, des Zusammenkommens, des Glaubens und um sich zu finden.Die Kirche war auch fortschrittlich und hat viele hervorragende Menschen hervorgebracht. Und letztlich wären wir nicht das was wir heute sind. So widersprüchlich wie der Mensch an sich ist so auch die Kirche. Die Kirche ist nur die Summe dessen was die Menschen aus ihr und mit ihr machen! Das ist mir gestern wieder klar geworden. Andere haben gebetet, gesungen und ich bin meinen Gedanken nachgegangen. Wie jedes Jahr, immer wieder wenn wir Teil der Christmette sind.

 

Und Glauben? Ist ein Grundpfeiler unserer Existenz. Egal ob wir kirchlich, sonst wie religiös oder eben nur als Menschen unterwegs sind. Die einen glauben an die Geschichte von Jesus, Marie und den Hirten, an den heiligen Geist und eben Gott. Ja, mein Gott dann sollen es die Menschen tun. Ich nehme ich das Wort „Gott“ selbst in den Mund. Geht es Dir auch so, dass Du schneller mal sagst „...mein Gott“? Glauben wir deshalb gleich an ihn und alles was damit verbunden ist?

Ich denke nicht – zumindest ich nicht. Es ist eine Floskel für mich. Eher ein Hinweis auf etwas höherwertiges. Etwas was über uns steht, was wir nicht greifen können, nicht beschreiben oder uns erklären können. Daher das Hilfskonstrukt „mein Gott“.

Wenn ich glaube dann eher an Dinge die ich nachvollziehen kann, die ich mit dem Leben verbinde. Und mein Glauben, der mir und Dir innewohnt, hat sich auch in den Jahren unseres Daseins verändert, weiterentwickelt oder ist auch dann und wann abhanden gekommen.

Als kleiner Junge glaubte ich daran, dass ich mal eine tolle Familie haben werde. Die mich leben und sich entwickeln lässt. Wo ich zu meinem Geburtstag und zu den Feiertagen tolle Geschenke bekomme. Pustekuchen! Nischt da: meine Kindheit war eher Richtung Hölle unterwegs. Ich fand meinen Glauben eher darin, dass ich abhaute von zuhause und draußen in der Natur zu mir fand.

Und dies ist bis heute so geblieben. Nur det ich nicht mehr davon laufe. Nur damals, bis in die Jugend rein, habe ich den Glauben an menschliches Miteinander verloren. Erst im Kinderheim, ja gerade der Ort, habe ich zum ersten Mal zu mir gefunden und konnte daran glauben dass es mit mir aufwärts geht. Ich glaubte an das sozialistische System und dass es mir ermöglicht mich zu entwickeln. Ich danke auch dem Staat dafür, auch heute noch. Den ich war in einem Heim, wo es mir, trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen, gut ging. Von Note vier bis fünf rauf auf zwei bis eins. Und det in knapp drei Jahren Schulzeit die mir blieben. Wow, det ist schon was. Da entwickelt sich der Glauben an ein System zur Überzeugung an das System.

Leider wurde mir im Laufe meines Daseins in der DDR mein Glauben immer wieder auf die harte Probe gestellt. Nur mein Glauben an eine bessere DDR habe ich nie aufgegeben. Ja, es gab auch gute Gründe in der DDR zu leben. Dazu stehe ich heute noch und ich glaube auch daran.

So wie es Menschen gibt die an das Evangelium glauben.

 

Heute ist mein Glauben geprägt von den Lebenserfahrungen die ich gemacht habe. Geprägt von den Erlebnissen mit den Menschen. Und oft komme ich zu den Schluss: Glaube ich an das Gute im Menschen dann brech ich vom Glauben. Ja, zu oft haben mir Menschen aufgezeigt wie sehr sie einem negativen Glauben hinter her rennen, diesen zur ihrer Religion machen. Ob es Geiz ist, ob es Machtgeilheit, ob es Egoismus, ob es Narzismus oder eben Geldgier als Glauben den Menschen dienen. Dies und vieles mehr hat den Menschen zu dem werden lassen was er heute ist. Gerade zur Weihnachtszeit erlebe – nein spüre ich sogar diesen negativen Glauben bei meinen Mitmenschen.
Konsumrausch und das zwanghafte Zusammenkommen sind nur einige Beispiele dafür.

Was wird da um das ach so berühmte „goldene Kalb“ getanzt! Wo bleibt das Menschliche – der Glaube an das Gute im Menschen? Bleibt es auf der Strecke oder bleibt es uns erhalten – nur halt im Verborgenen? Finde es heraus – spreche mit Deinen Freunden darüber – mit deiner Familie oder mit Menschen die Dir nahe stehen.

 


Spreche darüber was für Dich Glaube ist – was er Dir bedeutet und wie sehr sich der Glaube Dich verändert hat. Den eins steht fest: Glauben tun wir alle! Nur an was?

 

Ich glaube daran, dass wir alle dazu fähig sind besser miteinander umzugehen. Dass wir es schaffen können, im Sinne unserer Mutter Erde zu agieren. Dass wir im Sinne des weihnachtlichen Geistes zu uns finden und besser miteinander auskommen. Den Versuch dürfen wir nicht aufgeben. Sowie den Glauben an uns, an uns liebgewonnenen Menschen und an eine besser Welt.

 

 

Dir eine friedvolle und besinnliche Weihnachtszeit!

Glaub an Dich und die Macht dass sich Menschen ändern können!

 

Holger Schönhardt

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